onsdag, august 06, 2008

Ein Engländer in Catalanien


Neulich war ich da in Barcelona. Sehr schön. Sehr heiß.

Da stapfte ich mit Gepäck und Freund und Freund durch die Straßen, um einen wunderbaren Eindruck zu bekommen.

Und dann fuhr ich in einer modernen Eisenbahn gen Valencia. Aber ich stieg nach Benicarlo aus und landete dadurch im malerischen Küstenstädtchen von der Größe Bad Ischls namens Benicàssim. Sehr schön. Sehr heiß.

Um die Geisterstunde herum, stolperten wir mit unserem Koffer, 2 Rucksäcken, 3 Plastiksackerln und 3 Litern Wasser zum Festivalgelände, wo wir schon von sich übergebenden Engländern in Neonfarben begrüßt wurden. Da es bereits Nacht war und daher die Sonne nicht mehr ganz so viel Licht über das Land warf, mussten wir wohl oder übel noch in die Stadt auf Herbergssuche gehen.

Potztausend, da fanden wir das Hotel Canada! Dusche und Toalett, was braucht man mehr. Gegenüber lag eine nette Konditorei oder Pâtisserie oder ähnliches, wo wir ab diesem Moment, die schösten Morgenstunden verbrachten. Allerdings wurde am letzten Tag der Kaffee innerhalb von einer Bestellung um 5 cent teurer. Verstehe einer die Katalanen.

Aber zurück. Am nächsten Tag, in neuer Frische, nach dem Aufstieg zu Mittag zum Festival-Campinggelände nicht mehr ganz so frisch, endlich Zeltaufbau.

Ein Sonnenbrand, 2 von Stroh (!!)durchlöcherten Flip Flops, Zeltboden und Luftmatratze später auf dem Weg zu den ersten Konzerten.
Nach Sigur Rós kam für mich nichts mehr...wunderbar....ich bin zerflossen...

Nada Surf war wie immer- wie immer sahen wir auch den netten Hr. Dreadlock im  Flugzeug. 
Wie immer. Und ich dachte er gibt an, als er plötzlich sein "El Pais" auspackt und in Wirklichkeit schaut er sich nur die Bilder an (von der diese Zeitung ruhig mehr hätte haben können). Aber, allen Anschein nach, spricht er tatsächlich mit spanischer Zunge...

Pete von den Babyshambles sah etwas ungesund aus. Er sollte mal "seinen Rüssel in die Sonne halten" wie meine Grußmutter zu sagen pflegt.

Morrisey zog sich oft um und redete von sehr seltsamen Dingen. Anscheinend ist er Vegetarier.

Hot Chip war zwar ready for the floor, aber leider war aufgrund der Masse an Briten kaum noch floor zum stehen da. Trotzdem nette nerds.

Enttäuscht war ich von Mika, der eindeutig auf sein Bühnenbild hoffte. Das war schon imposant und so. Aber er...hampelnd, seltsame Töne von sich gebend. Wir gingen früher.

Von Gnarls war ich auch ein wenig enttäuscht. Erstens hätte ich gerne den feschen Schwarzen öfter auf Riesenleinwand gesehen und weniger den klopsigen Sänger und zweitens ist es auf CD o.ä. besser...Der Anfang war jedes Mal gut, aber das Ende fand ich ein wenig zu plötzlich und daher alles ein bisschen unausgeglichen. Aber immerhin besser als Mika.
José Gonzales ganz kurz nur gesehen, genauso wie Death Cab for Cutie und Leonard Cohen (Halleluja wunderbar).
The Raconteurs haben mir sehr gut gefallen, obwohl sie ein wenig düster waren. In Schwarz, toter Baum und so.
Naja. Wie auch immer. Also, teures Festivalessen, späte Konzerte (Beginn immer so gegen 6, Ende so gegen 5!!!), unbeabsichtigtes Schlafen auf Wiesen zwischen Müll und Groß Briten und Spanier beim Vorglühen vor unserem Zelt

Die Klos waren desaströs, weil Dixi und 40 Grad im Schatten, die Duschen waren sehr sozial und ich machte so manche interessante Beobachtung und die Steine waren nach den 4 oder 5
Nächten endlich in der richtigen Position.


Nun die schönsten Seiten: Der Strand oder besser: die PALME! 

Kaum einer lag lange unter ihr, weil kantig scharfe Kiesel runtherum gestreut waren. Aber der Schatten! Und der Wind! Da es im Zelt ab 9 Uhr morgens so heiß war und mit jedem Grad mehr meine Laune einen Grad runter ging, war es zur Sicherheit meiner gesamten Umgebung, insbesondere meines liebsten Freundes, gut, so schnell als möglich folgende Orte aufzusuchen:

- Ort zum Kaffee holen

- Lokal ohne Plumpsklo dafür mit Waschbecken und (falls möglich) Spiegel

Die schönsten Stunden und insgesamt 2 Stunden Schlaf verbrachten wir also unter der Palme.
Keine Ahnung, wann wir sonst geschlafen haben.

Aber eine Woche später saßen wir wieder in einem Zug (nicht sonderlich modern, dafür mit Fernsehgeräten ausgestattet, die eine spanische Soapopera zeigten. Obwohl ich kein spanisch kann, war es doch sehr ergreifend und Gott sei Dank fand der fesche Arzt den Großvater mit Flatulenz- und Gedächtnisproblemen, sodass er dann doch ein gutes Bild vor der schönen, jungen Spanierin machte und sie heiraten konnten.) .

Nach ein paar Bierchen in der Insidergegend Barcelonas verbrachten wir noch 2 Stunden in Alberts Bett, dass er uns liebenswürdigerweise überließ. Dann ab zum Flughafenbus und dann Flughafen, wo es abgesehen von nervenden Indern mit 1000 Koffern, aber nur 2 Kindern (ca. 14 und 16 Jahre alt) kein Wasser aufzutreiben war, das ohne zusätzliche Mineralien oder Spurenelementen, die gut bei Flügen ist, war. Im Übrigen brauchte die anderen Familien mit mehreren kleinen Kindern (offensichtlich ein Gemeinschaftsurlaub) kürzer, als diese Mallorca- Reisenden.

Der Rückflug war die Hölle. Ich war davon überzeugt abzustürzen, da es keine kleinen Turbulenzen waren. Und der Pilot war sicher betrunken. Oder aus Plastik. Zum aufblasen.

Ich landete mit zitternden Knien, ohne Leuchtarmbänder, so wie sie all die Engländer hatten in Wien und beschloss: das war das letzte Festival für lange Zeit.

1 kommentar:

Anonym sa...

hey, dein blog lebt ja noch